Myrmecologie
Das schöne an neuen Hobbys ist ja, dass man neue Wörter lernt. Das Spuma der Molekularküche. Das Assana beim Yoga. Und nur Schaschpieler reden von königsindisch. Seit ich die Ameisen habe, kann ich Myrmekologe mühelos buchstabieren. Ich kann sagen, dass meine Ameisen hypogäisch (unterirdisch) und mesophil (bei Temperatur und Feuchte keine Extreme mögen) leben. Die Formicophilie und das Einmeisen hatten wir ja schon. Die Ameisen brachten mir die Worte monogyn und polygyn. Ist es nicht ein wundervolles Wortzwillingspaar? Ich bin sicher der hochgeschätzte Sprachbloggeur nebenan beneidet mich um diese Wörter. Das Zwillingspaar unterscheidet, ob ein Ameisenvolk eine oder mehrer Herrscherinnen hat. Die Bergiffe sollten Eingang in meinen Alltagswortschatz finden. Ich finde Eure Redaktion etwas polygyn könnte ein vorsichtiger Hinweis sein, dass die Machtverteilung auf zu vielen Schultern lastet. Auch eine Party ist polygyn wohl spannender als monogyn. Von der Yellow Press gar nicht zu reden.
Mein liebstes Wort ist fouragieren. Es meint die Nahrungsbeschaffung, die meine Lasius niger vorwiegend nachts unternehmen.
Mein liebstes Wort ist fouragieren. Es meint die Nahrungsbeschaffung, die meine Lasius niger vorwiegend nachts unternehmen.
Jakob Vicari – 12. Okt, 09:53



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