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Meinungen

°°
gute frage ? würde mich auch interessieren
online druckerei - 12. Dez, 15:51
Ergänzung
Bon Appetit! Wenn ich daran denke, dass auch wir sowas...
Inge von scuba-native Tauchreisen - 31. Okt, 14:29
Und vom leckeren Festmenü...
Und vom leckeren Festmenü haben sie nichts mehr...
Mike5434 - 17. Aug, 16:06

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Ameisen-Menschen (8): Der Katalogisierer

Brian L. Fisher forscht an der California Academy of Sciences und leitet das größte Artenverzeichnis der Ameisen: Im Antweb sind 22000 verschiedene Ameisenarten aufgelistet. Weil Antweb mir schon mehrmals eine große Hilfe war, habe ich ihm meine Fragen geschickt. Außerdem hat er mehrere Bücher geschrieben, zum Beispiel den Führer »Ants of North America: A Guide to the Genera«.

1. Um wieviele Ameisen kümmern Sie sich?
Im Museum habe ich Kolonien der Schnappkieferameisen und von Aphaenogaster swammerdami, Ameisen aus Madagaskar die unter Schlangen leben. Die Einheimischen ertählen, sie würden Schlangen in ihre Nester locken, mästen und dann fressen. Aber ich glaube sie bauen einfach große Nester die ideale Behausungen für Schlangen sind.

© Brian Fisher
2. Warum ausgerechnet Ameisen?
Ich bin fasziniert von der Vielfalt und ihrer Lebensweise. Und ich bin auf Ameisen gekommen, weil ich erstaunt war wie wenig über sie bekannt ist. Wie kann so eine große Tierart so wenig erforscht sein: 50 Prozent der Ameisenarten sind noch zu erforschen und zu beschreiben.

3. Welche Leistung von Ameisen bewundern Sie am meisten?
Ihre Fähigkeit in fast jedem Winkel des Waldes zu überleben, von den höchsten Gipfeln der Bäume bis in den Untergrund. Sie leben nur von der Nahrung der Pflanzen, von Pilzen oder bilden große Armeen für ihre Beutezüge.

© Brian Fisher
4. Ihr schönster Ameisen-Moment?
Wissenschaft ist Entdeckung. Ich bin dem Kitzel der Wissenschaft völlig verfallen. Es ist dieser Moment der Entdeckung, in dem Du der Einzige bist, der das neue Wissen hat. Wenn ich eine neue Ameisenart entdecke, bin ich glücklich eines der Geheimnisse des Lebens enthüllt zu haben. Man muss nicht auf andere Planeten fliegen, um fremdes Leben zu entdecken. Das größte Abenteuer ist hier auf der Erde. Es ist das, herauszufinden wer mit uns den Planeten teilt. Zehn Prozent der Lebensformen haben wir noch nicht entdeckt.

5. Ihre Held in der Ameisen-Welt?
Das ist Barry Bolton, der die aktuelle Klassifikation der Ameisen entwickelt hat. Und er hat die größte Ameisensammlung angelegt, die im British Museum of Natural History. Inzwischen ist er in Rente
und lebt auf der Isle of Wight in England.

© Brian Fisher
6. Welches ist der größte Irrtum über Ameisen?
Wie viele Ameisen kennen Sie? ›Also es gibt die kleinen roten und die großen Schwarzen… vielleicht vier?‹ Es gibt über 22000 Ameisenarten- Kaum jemand versteht die Vielfalt und die Rolle der Ameisen im Ökosystem. Man könnte alle Vögel aus einem Wald entfernen, man hätte immer noch einen funktionierenden Wald. Aber man könnte nicht alle Insekten enfernen. Ameisen sind der Leim der den Wald zusammenhält. Sie regeln den ›braunen‹ Kreislauf, das ist der Kreislauf der Nährstoffe. Aber statt öffentlich für ihre Schönheitt und Vielfalt bewundert zu werden gelten sie als gefährliche Plage.
Das nächste Mal, wenn Ameisen in Deine Küche einfallen, gib ihnen ein paar Kekskrümel. Dann verfolge ihre Wege. Begib dich auf ihre Höhe 3 Millimeter über dem Boden. Ihre Gesellschaft ist eine, von der wir lernen können.

www.antweb.org
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A. Buschinger - 22. Sep, 09:31

Artenzahlen und Hausameisen

Brian Fisher ist zweifellos einer der „Großen“ in der Myrmekologie, und das „Antweb“ ist eine äußerst hilfreiche Institution.
Allerdings sollten die angeblich 22.000 Arten im Antweb kommentiert werden: Beschrieben sind „nur“ etwas über 12.000 Arten! – Ob die vielen unbeschriebenen und unbenannten Arten, die jedes Museum und jede bessere Privatsammlung enthält, dazu gerechnet wurden? Deren Zahl ist allerdings nicht einmal annähernd zu schätzen!

Die wahre Zahl der existierenden Arten kann nur geschätzt werden. Wenn man aber weiß, dass alleine in dem sehr gut erforschten Deutschland die Anzahl der „bekannten“ Arten seit 1980 von ca. 75 auf rund 110 angewachsen ist, so kann man erwarten, dass in den weit weniger gut erforschten tropischen Bereichen sowie in Entwicklungsländern noch eine enorme „Artenzunahme“ zu erwarten ist.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Die rund 110 Arten in D gab es „schon immer“, aber man hat viele erst in den letzten 30 Jahren entdeckt bzw. als eigene Arten erkannt!

Wie für viele Pflanzen- und Tierarten gilt auch für Ameisen: Die Vernichtung naturnaher Lebensräume (Beispiel: Tropenwälder, auch tropische Trockenwälder) vernichtet auch zahllose bisher unbekannte Ameisenarten. Eine zweite Bedrohung der Vielfalt, wahrscheinlich die zweitwichtigste, sind die Invasionen durch eingeschleppte, im neuen Lebensraum jeweils exotische Arten.

„Das nächste Mal, wenn Ameisen in Deine Küche einfallen, gib ihnen ein paar Kekskrümel. Dann verfolge ihre Wege. Begib dich auf ihre Höhe 3 Millimeter über dem Boden. Ihre Gesellschaft ist eine, von der wir lernen können.“

- Da fehlt denn doch eine Fortsetzung: „Schick ein paar davon an einen Ameisenkenner und lass Dir sagen, um welche Art es sich handelt. Nicht selten wird es ratsam sein, den Befall von Hausameisen fachmännisch beseitigen zu lassen! Leider sind unter den im Haus auftauchenden Ameisen einige absolut nicht harmlose Gesellen, wie etwa die Pharaoameise (Hygieneproblem) oder die „Braune Wegameise“ (Lasius brunneus) und die Rossameisen, die in Holzgebälk oder Isoliermaterialien minieren und diese zerstören können."

A. Buschinger

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