Ameisen-Poesie (5): Grillchen
Die Grille und die Ameise »Eine faule Grille sang einen ganzen sommerlang und war immer ohne Sorgen für den andern Morgen. Weil der Sommer Nahrung hat, wurde sie auch täglich satt. Aber als der Winter kam und der Flur das Leben nahm, da trieb sie der Hunger hin zu der Ämse: - »Nachbarin, ich bin hungrig, gib mir doch ein klein wenig nur zu leben. Deine Kammer hat ja noch großen Vorrat, und ich will alles gern dir wiedergeben mit den Zinsen im April.« »Schwesterchen, wie brachtest du deine Zeit im Sommer zu?«
»Nachbarin, du weißt's ja wohl! Ich, die Schwester vom Apoll, sang beständig; hast du mich nicht vernommen? Und konnt' ich, Schwesterchen, was Bessers tun?« - »Grillchen, nein doch tanze nun«
Ludwig Gleim nach Esop
Das Original gibt es bei der Uni Mannheim.
Jakob Vicari – 2. Sep, 07:55



Jetzt ist aber auch wieder gut.
Fabelhaft
FrauvonWelt