Ameisen-Vielfalt
Es gibt über 10000 verschiedene Ameisen-Arten. Rote, gelbe, sogar goldene. Eigentlich wollte ich Blattschneiderameisen. Das sind die, die in Tierfilmen immer so eindrucksvoll Blätter durch die Gegend wuchten. Dann las ich einen Bericht, wie Blattschneiderameisen einen Kölner Garten kahl gefressen haben. Sie brauchen Unmengen an Blüten für ihre Pilzzuchten.
Im Sinne meiner Mietwohnung habe ich mich für Artikelnummer 365 entschieden. Seit vierzehn Tagen hüte ich die schwarze Wegameise. »Eine ideale Ameise für den Anfänger«, steht in der Beschreibung. Die gibt es draussen in jeder Bodenritze. Hätten Wegameisen meine Pflanzen plündern wollen, wären sie längst vom Gehweg reingekommen. Bisher haben sie meine Zimmerpflanzen nicht interessiert.
Auch wenn ich nicht verstehe, wie sie da draussen ohne Fürsorge auskommen. Jeden Tag putze ich das Becken, sammle ihre Abfälle ein, ich wechsle das Wasser und füttere sie. Meine Freunde fragen mich zuerst nach den Ameisen, bevor sie fragen wie es mir geht. Ich verbringe mehr Zeit vor dem Ameisenbecken als vor dem Fernseher oder am Telefon. Wegen dem Verbindungsschlauch quer durch mein Bücherregal komme ich nicht mehr an die Autoren mit »H«. Seit ich gesehen habe, wie schnell die Ameisen kleine Fliegen töten, traue ich mich nicht mehr, den Schlauch abzunehmen.
Heute habe ich das erste Mal an Oktober gedacht – dann beginnt die Winterruhe. Wir Ameisenhalter haben den selben Vorteil wie Besitzer von Eiscafés: Die Hälfte des Jahres haben wir frei. Die Ameisen kommen dann in den Kühlschrank zwischen die angebrochenen Marmeladengläser.
Im Sinne meiner Mietwohnung habe ich mich für Artikelnummer 365 entschieden. Seit vierzehn Tagen hüte ich die schwarze Wegameise. »Eine ideale Ameise für den Anfänger«, steht in der Beschreibung. Die gibt es draussen in jeder Bodenritze. Hätten Wegameisen meine Pflanzen plündern wollen, wären sie längst vom Gehweg reingekommen. Bisher haben sie meine Zimmerpflanzen nicht interessiert.
Auch wenn ich nicht verstehe, wie sie da draussen ohne Fürsorge auskommen. Jeden Tag putze ich das Becken, sammle ihre Abfälle ein, ich wechsle das Wasser und füttere sie. Meine Freunde fragen mich zuerst nach den Ameisen, bevor sie fragen wie es mir geht. Ich verbringe mehr Zeit vor dem Ameisenbecken als vor dem Fernseher oder am Telefon. Wegen dem Verbindungsschlauch quer durch mein Bücherregal komme ich nicht mehr an die Autoren mit »H«. Seit ich gesehen habe, wie schnell die Ameisen kleine Fliegen töten, traue ich mich nicht mehr, den Schlauch abzunehmen.
Heute habe ich das erste Mal an Oktober gedacht – dann beginnt die Winterruhe. Wir Ameisenhalter haben den selben Vorteil wie Besitzer von Eiscafés: Die Hälfte des Jahres haben wir frei. Die Ameisen kommen dann in den Kühlschrank zwischen die angebrochenen Marmeladengläser.
Jakob Vicari – 3. Aug, 08:57


